Was lange währt, wird endlich gut!

Nachdem wir letztes Jahr bei unserer Zweitagestour über den Krumbacher Höhenweg zur Mindelheimer Hütte und zurück über den Mindelheimer Klettersteig so eingeduscht und -gewittert wurden, dass der Klettersteig unmöglich zu absolvieren war, wollten wir es dieses Jahr nochmal versuchen - und zwar als Eintages - Power - Tour.

Die Wetterprognosen waren die ganze Woche nicht eindeutig gewesen: Ständige Gewitterwarnungen im gesamten Alpenraum waren nicht  die Idealbedingung für einen langen Klettersteig. Und so ließen Hemme und ich uns bis Freitagmittag Zeit, zu entscheiden, ob wir es riskieren würden, oder nicht. 

Dann war es soweit. Die Gewitterneigung war besser, als an den anderen Tagen: Ab 14:00 Uhr war mit 60% Gewitterwahrscheinlichkeit angekündigt, sonst sonnig. Das klang nach einer guten Chance bei frühem Start durch das Dickste zu sein, ehe das Gewitter nahen würde. Also: Auf ging's Samstag früh, 05:30 Uhr ab Kletterhalle zu unserer laaaangen Eintagestour...

Und wir kamen tatsächlich pünktlich los, hatten kaum Verkehr und standen um 07:05 Uhr an unserem Startpunkt Gasthof Schwendle (1.176 m) bei Mittelberg. 

Schnell Stiefel geschnürt, extra Trinken aufgenommen, die Rucksäcke geschultert und los ging's um 07:15 Uhr bei schönstem Sonnenschein und klarem Himmel.

Der Zustieg von knapp 1.100 hm über die Fiederepass Hütte bis zum Einstieg des Klettersteigs, verlangte uns schon einiges an Kondition und Trittsicherheit ab. Denn wir hatten neben den vielen Höhenmetern noch zwei große Schneefelder zu überqueren, bis wir dann nach 3 Stunden - inkl. einer kurzen Pause - unsere Gurte und Klettersteigsets anlegen und in den langen und anspruchsvollen Klettersteig einsteigen konnten. 

Der Mindelheimer Klettersteig ist durchaus ein anspruchsvolles Unterfangen, denn er dauert ca. 4 Stunden, beginnt gleich mit einer Passage überhängender Trittklammern und zieht sich über das gesamte Gipfelpanorama in stetigem Auf-und-ab über insgesamt 500 hm.

Immer wieder laden Gratpassagen zu schönem Tiefblick links und rechts ein, zum Teil mit - häufig aber auch ohne - Drahtseil gesichert. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition waren gefragt!

Irgendwann, die Arme dick, die Beine schwer, fragte sich dann der Klettersteigler: Geht's über den nächsten Gipfel auch noch drüber: Und es ging drüber, bis endlich nach 4 Stunden das Kemptner Köpfl als finaler Gipfel winkte und wir erleichtert den Mindelheimer Klettersteig erfolgreich absolviert hatten - ohne jegliche Gefahr von Gewittern und mit so gut, wie keinem Gegenverkehr!

Kurze Pause gemacht, dann ging es an den anstrengenden, 1.600 hm tiefen Abstieg über Schneefelder, Geröllpisten und schließlich Wanderwege. Die Teilnehmer waren sich einig: Ein Gleitschirm wäre jetzt echt schick gewesen, aber in Ermangelung dessen mussten wir uns doch durch die 2,5 Stunden Abstieg kämpfen - für einige ging's echt ans Limit. 

Und dann war es geschafft. Nach knapp 12 Stunden Tour mit drei kleinen Pausen waren alle wohlbehalten und glücklich am Parkplatz eingetroffen.

Und: Wir waren uns einig, eine Traumtour bei idealen, gewitterfreien Bedingungen mit kaum Gegenverkehr im Klettersteig erlebt zu haben. Superschön, aber doch besser etwas für zwei Tage! 

Vielen Dank an Hemme,  unseren Wegewart und Leiter des Referats Touren für seine gewohnt souveräne und lustige Führung der Tour - a Pfundskerl!

Am Schluss belohnten wir uns mit einer leckeren Pizza im nahegelegenen Mittelberg. 

 

Und hier noch ein paar Impressionen unserer unvergesslichen Tour...