Zum gemeinsamen Wochenende luden die zwei „Hüttenchefs“ Stephan (der Kulinarische) und Wolfgang (der Orgachef) im November 2018 in die Selbstversorgerhütte Alpe Vorsäß II im Gunzesrieder Tal ein. Während Stephan für das leibliche Wohl sorgte, hatte Wolfgang den zeitlichen Ablauf des Wochenendes und das Organisatorische fest im Griff.

Es fuhren 8 Familien mit in den Naturpark Nagelfluh. Aufgrund der exponierten Lage war die Benutzung von Handy und Computer recht eingeschränkt, so dass alle Teilnehmer viel Zeit für Natur, Spaß und Spiel hatten.
Mit fünf Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, 12 Kindern im Alter von drei bis 12 Jahren und 12 Eltern waren die Jüngeren eindeutig in der Überzahl. Am Freitag Nachmittag bis Abend sind alle 29 nach und nach eingetrudelt. Zuerst wurden die Zimmer verteilt. Ein Jugendzimmer war den ab 14-jährigen vorbehalten. Eine Hälfte der Kinder schnappte sich ein großes „Kinder“-Zimmer. Die Eltern mit den jüngeren Nachwüchsen verteilten sich gleichmäßig auf die übrigen 1- bis 6-Bett-Zimmern.
Der kulinarische Hüttenchef verteilte gleichmäßig die Schnippelarbeit auf groß und klein, alt und jung. So zauberte er zwei große Töpfe Hackfleisch- bzw. Tomatensoße, und sehr viele Spagetti. Vitamine in Form von Salat rundeten das Abendmenü ab. Wer nicht kocht, wäscht ab.
Gut gesättigt unterhielten sich die Erwachsenen vor dem Bollerofen, während die Jüngeren im Haus verteilt ihren eigenen Beschäftigungen nachgingen. Als Wanderroute für den kommenden Tag wurde die Strecke zum Heidenkopf und für die fleißigen weiter zum Siplinger Kopf ausgewählt.
Eine große Runde Mäxle bildete den Abschluss des Abends, bei dem Familie Wagner nicht zu schlagen war.

Pünktlich wurde nach dem gemeinsamen Frühstück der Plan „Wandern“ begonnen und umgesetzt.
Alle Teilnehmer schafften es bis zum Gipfel zu kommen und genossen die tolle Aussicht und ein geteiltes Gipfelbier. Mehrere Gipfelfotos beweisen dies.
Am Siplinger Kopf dichtete die Jugend und es folgte ein gemeinsamer Eintrag ins Gipfelbuch. Die dreier-Familie Wagner wäre fast beim Abstieg im Nachbartal gelandet, bemerkten zum Glück noch ihren Irrtum und stapften fleißig hintendrein. Doch mit eisernem Willen schafften sie nicht als letzte ins Ziel zu kommen. Es könnte auch daran gelegen haben, dass ein Kind lieber schmollte als wanderte. Dank digitaler Technik erfuhren wir, dass wir Wanderer zwischen 12.000 und 18.000 Schritte zurückgelegt haben.
Am Nachmittag gab es dann im Sonnenschein Kaffee, Muffins und „Ruckzuck“-Kuchen vor der Hütte (lecker!). Anschlieißend wurde in der Käserei noch guter Bergkäse besorgt.
Das Gemüseschnippeln am Abend wurde wieder auf viele Schultern verteilt mit integriertem pädagogischen Paprikaschneiden für Kinder. Mit Gemüsepfanne, Gulasch, Spagetti und
Tomatensoße gingen alle gesättigt in den Abend. Neben dem Plausch am Bollerofen durfte auch hier die Runde Mäxle nicht fehlen. Diesmal musste sich Familie Wagner geschlagen geben.

Am Sonntag morgen waren die Aufgaben nach dem Frühstück schnell verteilt und so verließen wir fröhlich gegen 10:00 Uhr das Allgäu. Es kam keine Langeweile auf, in einer Gruppe zu verreisen ist immer ein Erlebnis und bringt viel Spaß!

Und zu guter letzt:
Im Laufe des Wochenendes haben wir Interessantes, Nützliches und noch viele weitere Dinge erfahren:
• Hungrige Kinder lernen sehr schnell Stephans Namen
• 29 Menschen haben sehr viele Schuhe
• Zieh nie zur unpassenden Zeit ne Segeljacke an
• Mit Stephan in der Hütte verhungert man nicht
• Laute Männerstimmen lassen junge Mädchen kreischen
• Aus Schnapsgläsern kann man auch Apfelsaft und O-Saft trinken
• Apple zählt Stockwerke und keine Höhenmeter
• die nächsten überflüssigen Trinkgläser entsorgen wir nicht sondern spenden sie für die Hütte
• Magnesium vor der Wanderung könnte Muskelkater vorbeugen
• Das Wetter in Gunzesried war besser als in Trebi¢ bzw Krumbach, so dass Sonnencreme und Sonnenbrillte nützlich verwendet werden konnten
• Gummibärle auf Wandertouren setzt immer wieder Energien bei Kindern frei
• Die Anzahl von E-Bikes schlägt in den Bergen klar diejenige der normalen Drahtesel
• Für Spätzle aus 100 g Mehl benötigt man mindestens 1 Ei
• Traue keinem Navi Richtung Gunzesried
• Stephan lässt sich beim Kochen gern von anderen Männern unterstützen (Macht Chrissi nun auch so tolles Gulasch?)
• Als Ehepaar darf man sich auch mal streiten, obwohl man sich liebt
• Hackfleischsoßenreste kann man auch nach zwei Tagen noch essen oder einfrieren
• Am Ende des Hüttenwochenendes ist jeder Familie ein Doggybag gewiss
• Auf Wandertouren entdeckt man viele Enzian und noch mehr Silberdisteln