7 Dreitausender in 4 Tagen in einer tollen Gletscherwelt

6 Frauen und 3 Männer (einschließlich Tourenführer) machten sich am 20.07.2020 auf, die Ötztalrunde um Vent zu erleben.

1. Tag: Nach gut dreistündiger Fahrt nach Vent auf 1.895 m startete die Bergfahrt bei bestem Wanderwetter mit dem Aufstieg auf dem Hüttenweg zur Martin-Buschhütte (2.501 m). Dort machten wir am frühen Nachmittag Quartier in einem 10-er Matratzenlager. Danach war das erste Gipfelziel die Kreuzspitze mit 3.457 m, zugleich der höchste Punkt der Tour.

Im Gipfelbereich lag noch erstaunlich viel Schnee, sodass die Besteigung sehr vorsichtig angegangen werden musste. Mit einer tollen Aussicht rundum, also Similaun, Fineilspitze, Ortler, Weißkugel, Wildspitze, um nur einige zu nennen, wurden wir belohnt. Der Abstieg lockte noch mit dem kleinen Brizzi See für eine Erfrischung. Müde und zufrieden ging es dann für die meisten früh ins Lager.

2. Tag: Der Tag begrüßte uns mit viel Sonnenschein und so ging es gut voran auf den Saykogel auf 3.360 m, wo sich dann allerdings das Wetter eintrübte. Der Gipfelabstieg über den Nordgrat war mit leichter Kletterei verbunden und verlangte erhöhte Aufmerksamkeit.

Über restliche Schneefelder ging es dann bei leichtem Nieselregen hinab zur Rofen-ache mit dem kurzen Gegenanstieg zum Hochjoch-Hospiz 2.413 m. Am frühen Nachmittag breiteten wir dort unsere Schlafsäcke in zwei 5-er-Lagern aus. Am Nachmittag besserte sich das Wetter wieder und so entschieden wir uns auf dem Höhenweg Richtung Brandenburger Jöchl noch auf den Kesselwandferner zu schauen. Der wiederum erlebnisreiche Tag ging mit UNO-Spielen fröhlich zu Ende.

3. Tag: Nach einem reichlichen Frühstück gingen wir die Überschreitung der Guslarspitzen zur Vernagthütte an. Zuerst erreichten wir die "mittlere Guslarspitze", 3.126 m und dann auf der anderen Seite des früheren Gletschers die "hintere Guslarspitze", 3.151 m.

Über den verschwundenen, früheren Gletscher erreichten wir zügig die Vernagthütte auf 2.755 m. Nachdem das Wetter sich von der besten Seite zeigte, entschlossen wir uns, den erst für den kommenden Tag vorgesehenen Aufstieg zur Hintergraslspitze vorzuziehen. Der seilversicherte, gut markierte Steig forderte unser Kletterkönnen im I. Grad, wobei die meisten von uns auf ca. 3.200 m am Vorgipfel vor der Querung eines steilen Schneefeldes umkehrten. Letztlich erreichten nur Andrea und Meggi den Hauptgipfel auf 3.325 m. Nach einem guten Abendmenü und ausgelassenem UNO-Spiel ging es in die Schlafsäcke bzw. Betten.

4. Tag: Bei wiederum optimalem Wanderwetter mit hervorragender Aussicht auf dem Höhenweg errreichten wir bereits um 11 Uhr die Breslauer Hütte, 2.844 m, von der alle enttäuscht waren, weil wir im Gegensatz zu dieser zuvor in allen anderen Hütten eine freundliche Atmosphäre vorgefunden hatten. Nachdem das Einchecken erst ab 12.00 Uhr möglich war, entschieden wir uns die Besteigung des "wilden Mannle", 3.023 m auf diesen Tag vorzuziehen, zumal der Wetterbericht für den folgenden Tag nicht sehr gut war. Allerdings hatten wir hier, da Seilbahnanschluss besteht, die ganze Touristenschar mit Sneakers, Hot pants, Tops etc. um uns herum. Trotzdem war es eine schöne, teilweise klettermäßig ausgestaltete Tour, die uns sehr schöne Ausblicke auf die Wildspitze und deren Gletscher bescherte.

Zum Kaffee und Einschecken waren wir zurück an der Breslauer Hütte. Und dann bleib sogar noch Zeit den Urkundkolm, 3.134 m ganz ohne Gepäck zu besteigen. Nach einem mageren Abendmenü ließen wir die vier Tage Revue passieren.

5. Tag: Nachdem der Wettergott uns vier Tage gewogen war, verließ uns das Glück und so mussten wir bei Regen den Weg ins Tal antreten.

Fazit: Eine anspruchsvolle aber genussreiche Rundtour mit schönen Gipfeln und großartigen Ausblicken.