Tourenbericht von Marco ‚Ausbildungstour Gletscher‘ Franz-Senn Hütte

Donnerstag früh um 4 Uhr ging es für die Teilnehmer der diesjährigen Hochtour los in Richtung Stubaital. Ziel und Ausgangspunkt für die Touren war die auf 2147m gelegene Franz-Senn Hütte. Dievier Tage über sollten nicht nur schöne Hochtouren unternommen werden. Vielmehr sollten die Teilnehmer sich in den Bereichen Tourenplanung und -durchführung weiterbilden, sowie das nötige ‚Handwerkszeug‘ für Begehungen auf dem Gletscher trainiert werden.

Aufgrund durchwachsener Wetterprognosen wurde der sonnige Donnerstag direkt dafür genutzt eine erste kleine Hochtour in Angriff zu nehmen. Von der Hütte aus ging es in Richtung Innere Sommerwand (3122m), welche wir nach einer firnigen Gletscherpassage und schöner Gratkletterei erreichten. Am Zustieg zum Grat wurde das Anbringen eines Fixseils und im Schnee das richtige Bremsen eines Sturzes geübt.

Am darauffolgenden Freitag konnte uns auch der dichte Regen nicht aufhalten und wir hängten unweit der Hütte Seile auf, um die Selbstrettung aus einer Gletscherspalte zu simulieren. Highlight war die Durchführung einer Spaltenbergung mittels der Losen Rolle. Beschwerden über kalte Finger gab es nach dem Herausziehen der Seilschaftskollegen nicht mehr. Die ausführliche Tourenplanung für den nächsten Tag wurde aufgrund schlechten Wetters bei einem Bier auf der Hütte durchgeführt.

Ziel war der 3177m hohe Vordere Wilde Turm. Diesen erreichten wir über den Aperen Turm mit anschließender schöner Gratkletterei und Querung des firnigen Gletschers. Nach einer kurzen Brotzeit am Gipfel wurde sich vom Gipfel abgeseilt, um dann den langen Weg über den teils aperen Berglasferner anzutreten. An der ersten offenen Spalte wurden dann zwei Seile, fixiert an Eisschrauben, herabgelassen, um dort nochmals realitätsnah die Selbstrettung zu üben. Von gewissen Problemen bei der Garda-Klemme abgesehen klappte das gut, sodass sich jeder retten konnte und wir niemand in der Spalte zurücklassen mussten. Danach folgte der Abstieg über zerklüftete Gletscherspalten, steile Eispassagen und firnige Abschnitte. Die diversen Sicherungstechniken wurden auch hier nochmal geübt und der Situation entsprechend angewandt.
Nach einem langen Tag endlich auf der Hütte angekommen war das Bier und die ein oder andere Runde Zirbenschnaps mehr als verdient!

Die Kletterei am ‚Hüttengrat‘ auf die Vordere Sommerwand musste am Sonntag leider bereits in der ersten Seillänge wegen einsetzendem Regen abgebrochen werden, worauf hin wir uns dazu entschieden den Abstieg anzutreten. Am Parkplatz angekommen, lachte die Sonne dann wieder, wodurch der Abschluss-Kaiserschmarrn noch deutlich besser schmeckte.

Danke Walter für die genialen vier Tage und die Weitergabe von all dem wertvollen Wissen!

PS: nächstes Jahr darfst du dann unser ganzes Material tragen ;-)
PS vom Leiter: auch tragen will gelernt sein :)