Ideales Wetter, aber gefährliche Schnee- bzw. Eissituation

Am Morgen des 04.09.2021 machte sich eine 13-köpfige Frau-/Mann-schaft mit zwei Führern auf den staubedingt etwas längeren Weg nach Ramsau bei Berchtesgaden. Bei bestem Wetter, also sonnig aber nicht zu heiß, ging es den Hüttenanstieg über 1.300 Höhenmeter hinauf zum Watzmannhaus. Die coronabedingten Auflagen mit Maske, 3-G-Regel, Leintuch, Kissenbezug und Schlafsack wurden penibel und belehrend von der Hüttenbesatzung durchgeführt, sodass sich alle wie Schulkinder bevormundet fühlten, was nicht zur Zufriedenheit mit der Hütte führte, nachdem wir auch noch in ein enges Lager gepfercht wurden, obwohl Hemme für alle Mehrbettzimmer bestellt hatte, was auch zugesagt worden war. Die Stimmung der Truppe war nach dem Abendessen aber wieder versöhnt. Die Mitteilung des Hüttenwirts, dass eine Überschreitung der Watzmanngipfel nur mit Steigeisen auf Grund der Schnee- bzw. Eislage möglich sei, ließ Hemme zweifeln, aber wir entschieden, uns die Sache vor Ort also am Hocheck, bzw. am Gratübergang anzuschauen.

Am frühen Morgen des 05.09. waren alle nach einem guten Frühstück um kurz nach halb sieben bereit für die rund 720 Höhenmeter zum nördlichen Watzmann-Gipfel, dem Hocheck auf 2.651 m. Zügig ging es steil und zum Schluss auch über vereisten Schnee bergan und die ersten erreichten den Gipfel ohne Eile nach zwei Stunden. Der Blick hinüber zum Mittelgipfel auf 2.713 m mit den verschneiten Graten ließ die beiden Führer, Hemme und Werner, an einer Überschreitung zweifeln, zumal der Hinweis des Hüttenwirts in den Köpfen war. Nach längeren Diskussion blieb Werner mit sechs Teilnehmern zurück und Hemme ging den seilversicherten Übergang zum Mittelgipfel an. Nach 45 Minuten erreichten alle 7 Teilnehmer mit Hemme den Mittelgipfel, nachdem sich vor Ort die Schwierigkeit trotz Schnee nicht so graviernd darstellte. Dort zogen aber zwischenzeitlich Wolken auf, die den Südgipfel und den Gratübergang einhüllten. Hemme nahm deshalb eine neuerliche Bewertung der Situation und der Tatsache, dass dort die Seilversicherungen spärlich sind, vor und entschied sich für die Umkehr, zumal bei den Verhältnissen für eine weitere Überschreitung ein erhöhter Zeitaufwand zu veranschlagen war. An der Watzmannhütte trafen beide Gruppen wieder zusammen. Nach einer gemütlichen Einkehr auch im Abstieg der über 2.000 Höhenmeter war ging es um 17.45 Uhr an die Heimfahrt, die leider wieder von Staus geprägt war. Übereinstimmend erklärten alle Teilnehmer die Tour als vollen Erfolg und wert für eine Wiederholung.